Das Thema “gleichberechtigte Erziehung” ist noch lange nicht vom Tisch. Dies zeigt sowohl die gesellschaftlich weiterhin existente Rollenteilung und die damit verbundene Unterdrückung von Frauen durch Männer in dieser Gesellschaft, als auch Diskussionen zum Thema selbst.
Kerstin Steinicke: Erziehung und Bildung ohne Herrschaft, S.62
Sieht man die Ungerechtigkeit und die Prozesse, die das derzeitige Bildungs- und Herrschaftssystem durch Erziehung und (die Zugangsmöglichkeiten zur) Bildung produzieren, so könnte man sich entscheiden Theorien libertärer Erziehung in die Praxis umzusetzen. Ein Problem auf das man dabei stoßen wird ist, dass es nicht “die eine Theorie libertärer Erziehung” gibt, sondern mannigfaltig viele. Doch muss dies überhaupt ein Problem darstellen? Die Grundidee und Leitlinien anarchistischer Praxis sind Freiwilligkeit, Selbstbestimmtheit und Freiheit. Baut man eine Erziehung nun auf diesen Prinzipien auf, so könne man sie anarchistisch bzw. libertär nennen. Welche neuen Probleme und etwaige Ungerechtigkeiten dadurch produziert werden, vermag ich derzeit nicht zu sagen. Die Aussicht auf Verbesserung gegenüber dem bisher bestehenden System aber schätze ich sehr groß ein. Wie man dies nun umsetzt und ob das evolutionär oder mit einem klaren Schnitt vollzogen werden sollte, vermag ich auch nicht zu sagen. Was mir dazu nur gerade in den Kopf kommt ist (mal wieder) ein Songtext der Sterne:
Das bisschen besser
Die Jahreswende im Keller verbracht und bei der Feierei über Zahlen nachgedacht.
Nicht grad die schönste Zeit um zu verschwinden, doch gut zu wissen, daß man Schutz finden kann - irgendwo.
Ich hab nichts von Veränderung gemerkt, hab nur gehört, daß es kracht.
Wenn man die Augen wieder aufmacht ist es Nacht oder was gibt’s hier zu sehen?Ich kann alles verstehen.
Wie lang soll ich bleiben?
Es hat keinen Sinn zu warten bis es besser wird das bißchen besser wär das warten nicht wert.
Ich bemerke, das ich selbst auch Spuren hinterlasse, jeden Tag, zum Beispiel mit der Kaffeetasse. Kleine Ringe auf dem Tisch - und dann die Löcher im Teppich.
Und dann arbeitet man sich heran an das was man in der Dunkelheit vermutet, weil die doch einiges verspricht, nur Licht gibt es hier leider nicht.
Doch viel mehr als nichts. Ich glaub ich hab was erwischt.
Es hat keinen Sinn zu warten bis es besser wird - das bißchen besser wär das warten nicht wert.
Du hast dich aufgerieben wie noch nie und deine Energie ist jetzt irgendwie weg.
Doch es hat Dich gegeben, du hast Spuren hinterlassen immerhin, jemand wird sich erinnern - nichts ist perfekt.
Gleich springt die Uhr auf Null und das bedeutet nichts.
Doch es blitzt.
Wie ein Zeichen.
Es hat keinen Sinn zu warten bis es besser wird das bißchen besser wär das warten nicht wert.
Arbeitsmaterial findet man wie gewohnt unter der Rubrik Arbeitsmaterialien, sobald Alex sie hochgeladen hat bzw. dann als Handout im Seminar.